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ACRYLMALEREI UND SPECKSTEINARBEIT
Jüterboger Abiturient eröffnete in der Bibliothek seine erste Ausstellung

MICHAELA STREIT
Jüterbog. Leuchtende und auch düstere Acrylgemälde mit verheißungsvollen Titeln wie Einsamkeit, Erwartung oder Waldbrand schmücken seit vorgestern den Veranstaltungsraum der Stadtbibliothek Jüterbog. Gezeichnet sind die Kunstwerke alle mit dem geheimnisvollen Pseudonym WAK. Dahinter verbirgt sich der Jüterboger Abiturient Arthur Kaiser. Der erste Buchstabe ist seinem Spitznamen Wuschel entnommen, die anderen beiden stehen für die Initialien seines Namens und ergeben zusammen das Pseudonym WAK, klärt der junge Künstler auf. Während der kleinen Ansprache zu Ausstellungseröffnung ist der Abiturient noch sehr nervös und aufgeregt, verständlich wenn man bedenkt, dass es seine erste ist. Doch schon bei den Erläuterungen zu seinen Bildern, wird er zusehends sicherer und enthusiastischer. Man merkt, hier ist er in seinem Element. In eine bestimmte Stielrichtung passen seine Bilder nicht unbedingt, obwohl sie sich nach der Meinung des Schülers noch am ehesten zum Expressionismus zuordnen lassen. Eine Richtung, die er gern benutzt, um nicht fassbare Dinge auf der Leinwand festzuhalten. Sein großes Vorbild ist der deutsche Künstler Wolls, mit bürgerlichem Namen Wolfgang Schulze, der vor allem durch die Kaltnadelstichillustrationen zu Werken von Franz Kafka, Antonin Artaud oder Jean Paul Sarte bekannt wurde.

Gemalt und gezeichnet habe der Abiturient nach eigenen Aussagen eigentlich schon immer. Begonnen hat alles mit Bleistiftzeichnungen. Im Rahmen des Kunstunterrichts kam Arthur dann das erste Mal mit Speckstein in Berührung. "Die im Unterricht angefertigten Objekte konnten wir dann mit nach Hause nehmen", erinnert sich Arthur. Für sich persönlich stellte der Schüler zu diesem Zeitpunkt fest: "Das kannst du noch besser", und er machte sich sofort an die Arbeit. In der Folge entstanden zahlreiche weitere Specksteinarbeiten, die ebenfalls auf der Ausstellung zu sehen sind. Seit Februar dieses Jahres hat Arthur ein Atelier in Jüterbog, wo er seine Leidenschaft so richtig ausleben kann. Seine anfänglichen Bleistiftzeichnungen setzt er im Atelier nun auch mit Acrylfarben auf Hartfaserleinwänden um. Seine Arbeiten können sich sehen lassen und auch wenn im Schulfach Kunst "nur" eine Zwei herausspringt, bestätigen ihm Freunde seine Begabung. Er kann halt einfach den kunsttheoretischen Teil des Unterrichts nicht leiden, erklärt der Abiturient seine Note.
"Meine Arbeit kommt aus der Seele und verfährt nicht nach irgentwelchen Regeln", kommentiert Arthur.

Seit April hat er so viele Bilder gemalt, dass er damit eine Ausstellung bestreiten konnte. Spontan fragte er die Damen der Stadtbibliothek, ob er seine Bilder nicht in den Räumlichkeiten ausstellen könnte. Kostenfrei bekam er Platz im Veranstaltungsraum der Stadtbibliothek. Bis zum Donnerstag nächster Woche können seine Arbeiten dort noch Besichtigt werden. Dann muss der junge Künstler erst einmal eine Zwangspause einlegen; die Materialien sind so teuer, dass er nun eine Weile sparen muss, um sich neue Leinwände kaufen zu können. Da er als Künstler wohl kaum überleben könnte, strebt Arthur nach seinem Abitur eine Ausbildung zum Mediendesigner an und will sich innerhalb dieses Berufes auf die Gestaltung von Webseiten spezialisieren.

Quelle: Märkische Allgemeine Zeitung , 12.10.00